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Badestube - Badezuber

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Unt nimm gueten muets dies essen eyn, so wird fol lobs dein reden sein" - längst hat sich die Verheißung des Burgherrn erfüllt und im Erfurter Land herum gesprochen, zieht sie das „fahrende Volk" zur alten Wasserburg, um in die Zeit unserer Vorfahren einzutauchen. Dies dazu noch im ganz und gar buchstäblichen Sinne, nämlich im ..Bad im Zuber" - einem Höhepunkt und besonderen Gaudium in der ersten mittelalterlichen Badestube Thüringens zur „Weißen Frau".
In einem Holzzuber für maximal 12 Personen werden wie zu alten Zeiten „Körper und Geist gereinigt", danach kann bei Musik und Spiel ein „göttlich Fresselyn" an der Tafel genommen werden. Theodoricus de Vippeche hatte diese orientalische Badesitte dereinst von einer seiner zahlreichen Reisen in ferne Länder in das thüringische Markvippach mitgebracht.

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Der Badezuber oder auch Badetonne - Badebottich - Badefass befindet sich in einer Badestube.
Der Zuber ist aus deutscher Eiche und bietet 12 Personen Platz.
Im angrenzenden Raum kann bequem mittelalterlich bei  Kerzenschein getafelt werden.

Es ist sichtbar mit Sekt und in lustiger Gesellschaft entsteht ein entspannter und unvergesslicher Badespass.
Bei dem mittelalterlichen Flair ergibt sich eine prächtige Stmmung.

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Der Badespass erfreute sich bereits vor dem Mittelalter grosser Beliebtheit

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Die Badestuben oder Badehäuser waren nicht nur gesellschaftlicher Treffpunkt, sondern wurden auch zur Behandlung von Krankheiten durch den Bader genutzt. Zu Beginn der Neuzeit verschwanden sie aber wieder von der Bildfläche aus zwei Gründen:
1. Die Preise für Holz, das zum Beheizen der Räume benötigt wurde, stiegen immens an, da das Holz knapp wurde.
 2. Die Badehäuser galten als Ansteckungsherde für gefährliche Krankheiten, vor denen die Menschen im Mittelalter besonders Angst hatten.
In den Badestuben wurde nicht nur in Wasser gebadet, sondern hauptsächlich Dampfbäder genommen. Die Besucher nahmen sich ihre Utensilien, die sie im Badehaus benötigten, von zuhause mit.
Im Badehaus trug man ein Tuch um den Körper oder war ganz nackt. Das ist erstaunlich, wenn man bedenkt, dass in Badestuben beide Geschlechter verkehrten. Hier erkennen wir die
Ungezwungenheit, mit der die Menschen des Mittelalters ihre von Gott gegebenen Körper präsentierten. Heute geben wir uns kaum noch mehreren Menschen eine Blöße
.

Auf den Ritterburgen, die in Deutschland zuerst ein häusliches Leben in behaglicherer Fülle und geschmackvollerer Feinheit entwickelten, finden wir nach den Schilderungen der Helden- und Rittergedichte das Bad als den unentbehrlichsten und erquicklichsten Genuss im Hause dargestellt.
Dem ankommenden Gast wird nach dem Willkommen sogleich das laue Bad bereitet, dass er sich vom Staube der Reise, vom Rahm der Eisenrüstung, vom Schweiße des Wanderns oder Kampfes reinige, und alle Mittel werden aufgeboten, ein solches Bad recht behaglich und vergnüglich, für Körper und Phantasie gedeihlich und genussreich zu machen

 

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Ein alter Spruch sagt:
„Willstu ein Tag fröhlich sein? - Gehe ins Bad.
 Willstu ein Wochen fröhlich sein? - Lass zur Adern.
Willstu ein Monat fröhlich sein? - Schlacht' ein Schwein.
Willstu ein Jahr fröhlich sein? - Nimm ein jung Weib.“

Gut essen, gut trinken und fröhlich sein - das ist die Badezauberformel.
 

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Braut und Bräutigam bereiteten sich in vielen deutschen Städten in der öffentlichen Badstube zum Hochzeitsfeste vor. Sie zogen mit zahlreichem Gefolge dorthin, verteilten unter die mitgebrachten Gäste reichliche und kostbare Badewäsche und hielten nach dem Bade ein fröhliches Zechgelage.
Die Gesetzgebung schritt gegen den bei dieser Gelegenheit übertriebenen Aufwand mit zahlreichen, freilich auch in den meisten Fällen nutzlosen Verboten ein. In Regensburg wurden schon im Jahre 1320 die Zahl der männlichen Badegenossen auf höchstens vierundzwanzig, der weiblichen auf acht festgestellt, in München durften nach dem Stadtrechte von 1340 nur sechs Frauen, in Nürnberg nur fünf Männer und fünf Frauen mitziehen.

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©   Marion und Günther Krauße 03.06.14

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