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Das mittelalterliche Wirtshaus

Wer nicht rechtzeytig in seyner Jugend lernet, sich in Essen und Trinken zu meßigen. der lernet es auch im Alter nit und wirdt ein törichter Mensch."

Dies zu beherzigen fällt schwer in der ehemaligen Burg „derer von Vippach", dem wohl ältesten Profanbau im Erfurter Raum aus dem 14. Jahrhundert, in dem heute das Mittelalter in seinen Ess- und Trinkgewohnheiten wieder auflebt. Speisen werden originalgetreu nach alten Rezepten zubereitet und im Stile dieser Zeit serviert - mit Holzlöffeln und zeitgenössischem Geschirr -. Getränke in Tonkrügen und Tonbechern gereicht.
Bei den „Burgmahlen" (Bestellung ab 20 Personen) mit Rittern und Barden kann sich Jung und Alt auf vergnügliche Weise in die Zeit des Mittelalters zurück versetzen, und wem's frommt, kann sogar vom Burgherrn persönlich zum Ritter geschlagen werden. In der „Walpurgisnacht mit großem Ritterheerlager" am Lagerfeuer, bei Dichterlesung und Minnesang, Rotwein und Fackelschein werden die Geister der Vergangenheit lebendig, steigen sie aus dem Geschichtsbuch heraus, mischen sich unter die Tafelgäste von heute und schlemmen mit ihnen, was das Zeug hält.
Solch ein Burgenmahl hat es schon in sich - vom urigen Dunkelbier (Braurecht von 1415). Met oder Salbeiwein über Fett von der Sau mit hausgemachtem Brot und eingelegten Gurken, Olla Potrida, eine mittelalterliche Suppe nach Originalrezept der legendären Hildegard von Bingen, bis zu 5 Sorten Fleisch in Holzmullen auf selbst gemachtem Sauerkraut, ofenfrischem Zwiebelkuchen und einem Neudietendorfer Spezial-Kräuterlikör.

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Der kleine, ein wenig verschlafene Ort Markvippach, ein Dutzend Kilometer nordöstlich von Erfurt, ist seit 1995 wieder eine besonders vergnügliche Einkehr wert. In diesem Jahre nämlich öffnete die Wasserburg als mittelalterliches Wirtshaus seine Pforten. Wer dies zu Wege gebracht hat, ist ein Besessener: Roland Dix - Architekt und Burgherr, der die zu DDR-Zeiten als Stallung genutzte Wasserburg der Gemeinde abkaufte. Mit bewunderungswürdigem Enthusiasmus hat er gemeinsam mit der ganzen Familie und Helfern aus dem Ort die  Burg vor dem sicheren Verfall gerettet und in ein urtümliches Restaurant mit dem Flair vergangener Jahrhunderte umgewandelt. 2014 übernahm die Fam. Krauße, Unternehmerfam. aus Berlstedt, das Gemäuer und eröffnete nach umfangreichen Rekonstruktionsarbeiten eine Eventgaststätte.
 Der alte, äußerlich eher bescheiden wirkende Steinbau hatte verschiedenen Thüringer Adelsgeschlechtern als Wohn- und Verteidigungssitz gedient - den Herren von Vippach, von Drachenfels oder von Leitsch. Auch Geheimrat Schmidt. Goethes Leibarzt, war zeitweiliger Besitzer der Feste. Nicht nur, wie es im Liede heißt. ..auf den Bergen gab es die Burgen". Vielfach finden sich gerade im Thüringer Raum Burgenanlagen auf dem flachen Lande.
Den schützenden Berg ersetzten dort, wie eben in Markvippach, tiefe Wassergräben, die das Anwesen umschlossen und es vor Angriffen und Überfällen bewahren sollten.
Fasziniert von dem alten historischen Gemäuer hat der jetzige Besitzer mit viel Gespür für das Ursprüngliche gleichzeitig auch wertvolle alte baugewerkliche Kunst erhalten. Das Gebäudedach decken wieder 22.000 handgestrichene originale Biberschwanzziegel, wie sie vor 200 lahren im Elsaß gebrannt wurden. Die 17 Dachgauben sind aus 800-jährigem Eichenholz gefertigt. Zur Erneuerung der eingefallenen Decke wurden wie vor hundert )ahren Lehmkappen und handbehauene Fichtenriemen eingezogen. Im musealen Bereich der Burg fanden zahlreiche Scherben, Keramikgefäße und 400-jährige Kacheln ihren Platz, die zwei Hobby-Archäologen bei den mühsamen Aufräumarbeiten im Keller fanden.

Wo schon vor Jahrhunderten Becherklang und fröhlicher Sang erschollen. Sporen klirrten und Ritterfräulein dahin rauschten, genießt nun der moderne Besucher die Segnungen unserer Vorfahren auf seine Weise: im Rittersaal (60 Personen), der auch als ideale Stätte für Hochzeiten mit gotischer Krönungsbank genutzt wird, im Burgrestaurant (60 Plätze), im Vereinszimmer „Marcusstube" (25 Plätze) oder im Kellerrestaurant „Drachenfels Verlies" (30 Plätze), in dem der Gast von Spielleuten und Komödianten bei einer mittelalterlichen Tafelrunde ins 14. Jahrhundert versetzt wird.  

Jedes Detail der stilvoll restaurierten und gestalteten Räume ist eine Reminiszenz an die frühere Burgenwelt und zugleich eine sympathische Verbeugung vor ihren damaligen Bewohnern: die wuchtigen dunklen Eichentische oder die butzenverglasten Fenster im Felsgewände. die schmiede¬eisernen kreisrunden Lampen oder die alten Waffen, Hellebarden und Spieße an der Wand. das sorgfältig integrierte originale Gebälk oder die Fensterbänke mit dem schönen alten Zinn- und Keramikgeschirr. Im Biergarten (120 Plätze) werden schmackhafte Hausmannskost frisch aus der  Metzgerei sowie Landbrot aus dem Backofen gereicht.

Von hier aus hat der Gast einen idealen Blick auf das Naturschutzgebiet „Hinter dem Teich", ein Sumpfgebiet mit seltenen Pflanzen- und Vogelarten und auf den vorbei führenden Europäischen Wanderweg.
Als Mitglied des Thüringer Fremdenverkehrsverbandes bietet das im Schnittpunkt der Städte Erfurt, Weimar und Sömmerda gelegene Haus Übernachtungsmöglichkeiten in fünf ländlich-höfischen Appartements, Ein- und Zweibettzimmern mit modernem Komfort. Und wer möchte nicht schon gern nach so vielen Erlebnissen sein von Wein und Spiel müdes Haupt in den frisch aufgeschütteten Federn und weichen Kissen zur Ruhe betten! Zumal er dann am nächsten Tag, gestärkt und ausgeruht, die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten der vor der Haustür liegenden Landeshauptstadt wie auch der weiteren Umgebung in vollen Zügen genießen kann.

„Tretet ein, denn an meiner Tafel altert man nicht!"

Wirtshaus „Zur Wasserburg Markvippach"

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©   Marion und Günther Krauße 03.06.14

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